das café

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art und Weise, mit Kaffee umzugehen und ihn zuzubereiten, gewaltig verändert. Wie beim Essen, wo sich die Slow-Food-Bewegung breitgemacht, und beim Wein, wo man nicht mehr nur „Rot“ oder „Weiß“ bestellt, sondern nach Sorte, Lage und oft zusätlich Weingut und Jahrgang wählt, wird auch Kaffee immer mehr zum Genussmittel.

Während der Kaffee beim Vollautomaten ganz einfach per Knopfdruck gebrüht wird, gleicht die Zubereitung am Siebträger eher einer kleinen Zeremonie. Die Kaffeebohnen werden direkt in der Espressomühle frisch in das Sieb gemahlen. Mit dem Tamper wird das Kaffeemehl fest angedrückt und dann am Auslauf der Maschine befestigt. Man erkennt hier deutlich, dass der Arbeitsaufwand für eine Tasse Kaffee beim Kaffeevollautomaten deutlich geringer ausfällt. In vielen Cafés wird daher nur der Vollautomat eingesetzt.

Hier bei uns im creativroom wird nicht nur der Siebträger eingesetzt, sondern darüber hinaus auch der good old Filterkaffee. Rund 70% der weltweit getrunkenen Kaffees werden mit verschiedensten Filtermethoden gebrüht. Wie viele der Inhaltsstoffe extrahiert, also ausgelaugt werden, hängt von den Parametern Kaffeemenge, Mahlgrad, Wassermenge, Wassertemperatur, Filterart und -form, Brühzeit und Verteilung des Wassers im Kaffee ab.

Neben dem Genuss steht bei uns aber auch die kreative Präsentation und Zubereitung im Vordergrund, eben anders als anderswo!

Filterkaffee

Jahrelang wurde an den landesüblichen Methoden, wie der Verwendung von Metallfiltern in Vietnam oder Baumwollfiltern in Brasilien, nichts geändert.

Erst 1908 erfand die Hausfrau Melitta Benz den Papierfilter, indem sie das Löschpapier ihres Sohnes zum Kaffeebrühen verwendete. 1954 patentierte man in Deutschland den Wigomat, den ersten elektrischen Filterbrüher. Daraufhin waren die Haushalte lange von Filterautomaten und Mokkakannen dominiert. 1985 wurde wurde nach langer Entwicklung der erste Vollautomat auf den Markt gebracht. Auch wenn sich bis heute immer mehr Vollautomaten und Kapselmaschinen verbreitet haben, ist Filterbrühen wieder in. Eine regelrechte Revolution ist im Gange…

Nitro Kaffee – das neue Bier?

Als Trendsetter will creativroom Neues nach Saarbrücken holen, Kaffeespezialitäten, die in Großstädten wie Berlin und Hamburg bereits etabliert sind…

„O‘ zapft is!“ Nitro Kaffee mit Schaumkrone sprudelt ins Glas.

Dem Land des Reinheitsgebots wird aus den USA eine neue Variation vorgestellt.

Zwar dreht es sich nicht um Bier, aber der Trend rückt die bisher mit dem Hopfentrunk untrennbar verbundene Zapfanlage in den Mittelpunkt. Die Rede ist von Nitro Kaffee, stilecht aus der Bierzapfanlage im Bierglas serviert. Wer schon einmal ein echtes Guinness getrunken hat, kennt das voluminöse Gefühl auf der Zunge und wird sich vor allem an den beständigen, dicken Schaum erinnern. Auch dieses macht sich der Nitro Kaffee zu eigen. Der Vergleich mit dem Bier ist durchaus angemessen, denn optisch und anhand der Textur liegen Nitro Kaffee und Guinness sehr dicht beieinander.

Der Geschmack ist freilich ganz verschieden. Obwohl die detaillierten Nuancen des Nitros selbstverständlich von den spezifischen Bohnen abhängen, ist allen stickstoffbasierten Kaffees eines gemein. Sie schmecken mild, süß und cremig wie Milchkaffee und sind gleichzeitig kühl und spritzig.

Der Trend kommt aus Portland, einer Stadt der Hippies, Fahrradfahrer, Improvisationskünstler, der Innovation und des Genusses. Es ist wahrscheinlich kein bloßer, glücklicher Zufall, dass aus der Craft Bier Metropole auch der Nitro Kaffee entsprungen ist. Denn schließlich braucht es für den aktuellen Trend in den USA vor allem eines: Eine Bierzapfanlage.